Systemischer Lupus erythematodes
Untersuchungen & Diagnose
Ein systemischer Lupus erythematodes kann oft erst nach eingehenden Untersuchungen sicher diagnostiziert werden, da die Erkrankung oft schleichend beginnt und aufgrund der vielfältigen Krankheitszeichen anderen Erkrankungen ähnelt. Jeder Lupus-Patient weist ein individuelles Muster an Symptomen auf. Menschen mit Lupus-ähnlichen Symptomen sollten deshalb einem Spezialisten, d. h. einen Rheumatologen vorgestellt werden, der die entsprechenden Untersuchungen veranlasst. Oftmals ist eine Reihe von unterschiedlichen Untersuchungsmethoden, deren Ergebnisse im Ganzen bewertet werden müssen, für die Diagnose erforderlich. Dazu kann der Rheumatologe beispielsweise mit einem Hautarzt kooperieren sowie Herz- und Nierenspezialisten, Gynäkologen oder Augenärzte hinzuziehen.
Zunächst wird der Arzt den Patienten nach seinem allgemeinen Gesundheitszustand befragen (Anamnese). Dazu gehört das Erfragen von allgemeinen und speziellen Beschwerden sowie Vorerkrankungen. Eine anschließende körperliche Untersuchung kann unter anderem Hinweise auf Arthritis, das Schmetterlingserythem, Schleimhautveränderungen, das Raynaud-Syndrom, Lymphknotenvergrößerungen sowie eine Brustfellentzündung geben.
Um die Diagnose stellen zu können, muss der Arzt das Blut der Patienten auf die für Lupus typischen Autoantikörper hin untersuchen. Außerdem muss er andere, ähnliche Erkrankungen ausschließen, wie z.B. "Pseudo-LE" durch Medikamente oder Sonderformen wie das Anti-Phospholipid-Syndrom.
Klassifikationskriterien
Die Fachorganisation der amerikanischen Rheumatologen (American College auf Rheumatology) hat angesichts der vielfältigen, oft schwer zu interpretierenden Krankheitszeichen einen Kriterienkatalog erstellt, der die Lupus-Diagnose vereinfachen soll. Demzufolge besteht der Verdacht auf systemischen Lupus erythematodes, wenn 4 der folgenden 11 folgenden Symptome vorliegen:
- Schmetterlingserythem
- Diskusähnliche Hautveränderungen, kreisrunde rote Hautflecken
- Lichtempfindlichkeit, d.h. anhaltende Hautrötungen wie bei einer Sonnenallergie
Rezdivierende Geschwüre im Mund ohne sonstige Ursachen- Sonst nicht erklärte Gelenkschwellungen
- Rippen- oder Brustfellentzündung, Herzbeutelentzündung
- Nierenentzündungen (kein Infekion!) mit Eiweiß und Blut im Urin
- Krampfanfälle oder Psychosen, die nicht durch Medikamenteneinnahme oder Stoffwechselstörungen bedingt sind
- Unklare anhaltende Verminderung der roten oder weißen Blutkörperchen oder der Blutplättchen
- Eindeutige Antikörpertests: (Anti-dsDNA-Antikörper, Anti-Sm-Antikörper, Antiphospholid-Antikörper)
- Positive antinukleäre Antikörper (ANA), die nicht durch Medikamente oder andere Erkrankungen verursacht sind


