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Krankenkassen bezahlen Reiseimpfungen


05.06.2009

Seit Sommer 2007 erstatten einige gesetzliche Krankenversicherungen in Deutschland Reiseimpfungen für ihre mehr als 20 Mio. Versicherten. Diese so genannten Reiseimpfungen umfassen z.B. die Impfungen gegen eine durch Zecken übertragene Hirnhautentzündung (Frühsommer-Meningoenzephalitis - kurz FSME), die für Länder wie Österreich oder Tschechien empfohlen werden. Zu den wichtigen Auslandsimpfungen gehören auch die Impfungen gegen Hepatitis A und B. Diese Erreger, die eine infektiöse Leberentzündung auslösen können, sind in Osteuropa, im gesamten Mittelmeerraum und in beliebten Urlaubsländern wie der Türkei oder Ägypten, aber auch in Süditalien weit verbreitet. Daher wird die Impfung gegen Hepatitis für Reisende auch von allen Tropeninstituten in Deutschland empfohlen.

„Die Versicherten können sich vor einer geplanten Urlaubsreise bei ihrem Arzt impfen lassen. Sie erhalten dann dafür eine Rechnung vom Arzt, die zusammen mit den Impfstoffkosten  - unter Berücksichtigung der gesetzlichen Zuzahlung - bei uns eingereicht werden können", erläutert Christian Dierks, Pressesprecher der BKK Mobil Oil, die jetzt gültige Erstattungspraxis. Neben den Impfungen gegen Hepatitis (A und B) und FSME gehören auch die Impfungen gegen Tollwut, Meningokokken, Gelbfieber und Typhus in das neue Leistungspaket für die Versicherten. „Für alle Touristen, die eine Urlaubsreise ins Ausland planen, ist das eine sehr gute Nachricht. Und das gilt nicht nur für Fernreisen. Gerade für die so genannten Pauschaltouristen, die oft ein nur sehr begrenztes Budget zur Verfügung haben, bieten diese neuen Angebote die Chance einer optimalen Gesundheitsvorsorge. Bei einem Familienurlaub - östlich der Oder und südlich der Alpen - ist eine vorbeugende Impfung der Eltern und vor allem auch der Kinder gegen Gelbsucht unbedingt zu empfehlen. So zählt nicht nur die Türkei zu den Ländern mit hohem Hepatitis A- und erhöhtem Hepatitis-B-Risiko. Da Urlaubsreisen in die Türkei, nach Bulgarien oder Ägypten sehr günstig sind, haben viele Reisende die zusätzlichen Kosten für die notwendigen Impfungen bisher eher gescheut", berichtet Prof. Hans-Dieter Nothdurft vom Tropeninstitut in München von seinen Erfahrungen in der reisemedizinischen Ambulanz.

Gelbsuchtgefahr im Osten und Süden Europas

Experten warnen davor, sich auf Reisen nach Osteuropa mit Hepatitis A anzustecken. Wie aus einer aktuellen internationalen Untersuchung unter der Leitung von Prof. Nothdurft hervorgeht, ist das Infektionsrisiko in einigen beliebten Urlaubsregionen Osteuropas besonders hoch. „Vor allem in den ehemaligen GUS-Staaten, Rumänien und Bulgarien kommt es immer wieder zu großen Hepatitis-A-Epidemien. Aber auch in Ländern wie der Slowakei und dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien ist das Virus weit verbreitet. Ein hohes Infektionsrisiko besteht ebenfalls für die Türkei und Ägypten. Und auch in Süditalien kommt es immer wieder zu Epidemien. 

Nur kompletter Impfzyklus schützt vor Infektionen 

„Viele Reisende kommen vor dem Urlaub für die ersten Impfungen zu uns und vergessen dann die wichtigen zweiten und gegebenenfalls dritten Impfungen. Wer aber den angefangenen Impfzyklus nicht komplettiert oder die wichtigen Auffrischimpfungen vergisst, ist möglicherweise nicht ausreichend geschützt und kann im Urlaub eine böse Überraschung erleben", bestätigt Prof. Nothdurft die Studienergebnisse.

Für eine erfolgreiche Grundimmunsierung sind bei vielen Impfungen mehrere Impfungen im Abstand von Wochen, Monaten oder Jahren erforderlich. So umfasst eine Impfung gegen Tetanus 3 Impfungen, wobei die zweite Spritze im Abstand von 4-6 Wochen, die dritte 6-12 Monate nach der zweiten gegeben wird. Auch zur Vorbeugung gegen die Reisegelbsucht Hepatitis A werden 2 Impfungen im Abstand von 6-12 Monaten verabreicht. Für einen dauerhaften Schutz gegen Hepatitis B sind 3 Impfungen über einen Zeitraum von 6-12 Monaten notwendig.

Automatische Erinnerungen  helfen bei Einhaltung der Termine

„Die meisten Menschen sind nicht ausreichend vor gefährlichen Infektionskrankheiten geschützt", kritisiert Nothdurft. „Den Ergebnissen zufolge verbessern jedoch automatische Erinnerungssysteme die Impfrate deutlich", so der Tropenmediziner weiter. Erhielten Teilnehmer der Studie jeweils 2 Wochen vor Fälligkeit der nächsten Impfdosis eine schriftliche Benachrichtigung zu dem anstehenden Termin, stieg Impfrate für die zweite Hepatitis-B-Impfung von 49% auf 77% und für die zweite Hepatitis-A-Impfung von 5% auf 31%. Nach einer Erinnerung nahmen sogar 31% den dritten Termin für eine Hepatitis-B-Impfung wahr.

Inzwischen setzen deshalb immer mehr Ärzte Erinnerungsdienste ein, die ihre Patienten auf bevorstehende Impftermine hinweisen. Auch das Führen eines Impfpasses ist ein wichtiges Hilfsmittel, um künftige Impfungen nicht zu verpassen. Einige Krankenkassen planen, Bonussysteme für vollständige Impfzyklen einzuführen. Ärzte sollen so motiviert werden darauf zu achten, dass ihre Patienten alle notwendigen Impftermine auch wahrnehmen.

Nutzen Sie deshalb auch den Erinnerungsdienst auf unserer Startseite! Damit werden Sie rechtzeitig per E-Mail an bevorstehende Impftermine erinnert...

Verschiedene Nachrichten rund ums Impfen finden Sie auch unter www.aerzte-im-netz.eu/

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