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Antioxidanzien können Diabetes fördern


17.05.2009

Antioxidanzien als Nahrungsergänzungsmittel verringern einer neuen Untersuchung zufolge die Empfindlichkeit des Körpers gegenüber Insulin. Damit können sie die positive Wirkung von Sport zunichte machen. Bei ausgewogener Ernährung gibt es daher weiterhin aus medizinischer Sicht keinen Grund, Antioxidanzien als Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen, teilt der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) mit. Ihr Schaden kann größer sein als der Nutzen.

Antioxidanzien sind beliebte Nahrungsergänzungen, die durch Stoffwechselvorgänge im Körper entstehende so genannte freie Radikale abfangen sollen. Dazu zählen beispielsweise Vitamin C und E. Freie Radikale sind chemisch besonders aggressive Moleküle, die verschiedentlich für Alterungsprozesse und verschiedene Erkrankungen verantwortlich gemacht werden. Deutsche Wissenschaftler der Universität Jena und US-amerikanische Forscher machen diese Wirkung von zusätzlich in Form von Tabletten aufgenommenen Antioxidanzien für eine wachsende Insulin-Unempfindlichkeit gegenüber Insulin verantwortlich, die häufig am Beginn eines Diabetes steht (PNAS 2009, online vorab veröffentlicht). In ihrer Studie konnten die Forscher nachweisen, dass trotz eines 4-wöchentlichen Sportprogramms die Insulin-Empfindlichkeit des Körpers bei gleichzeitiger Einnahme von zusätzlichen 1.000 Milligramm Vitamin C und 400 Milligramm Vitamin E unverändert blieb. Probanden, die keine Vitamine in Tablettenform schluckten, waren dagegen deutlich empfindlicher für Insulin und konnten so Glukose im Blut besser verwerten.

Freie Radikale beeinflussen Glukose-Verwertung

Antioxidanzien können Entstehung von Diabetes fördern 
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Dieser Befund bestätigt, dass Diabetiker von regelmäßiger körperlicher Aktivität erheblich profitieren. Kurzes intensives Intervall-Training kann den Blutzucker-Spiegel von Diabetikern noch etwas effektiver senken als reines Ausdauer-Training (BMC Endocrine Disorders 2009, Band 9: Seite 3). „Lange Zeit ist man davon ausgegangen, dass Sport Übergewicht verhindert bzw. verringert und so indirekt die Insulinsensitivität erhöht. Heute wissen wir, dass Bewegung auch direkt die Empfindlichkeit für Insulin steigert. Interessanterweise entstehen bei körperlicher Aktivität freie Radikale in der Muskulatur", erklärt Dr. Thorsten Siegmund vom BDI.

Diese Radikale scheinen nach diesen Untersuchungen relevant für eine effektive Verwertung von Glukose zu sein. Parallel dazu werden bei körperlicher Aktivität aber auch Schutzmechanismen aktiviert, um die Radikale wieder abbauen zu können, nachdem die positiven Effekte erreicht sind. Hohe Dosen an Vitamin C und E in Form von Tabletten beeinflussen diesen günstigen Effekt einer verbesserten Insulinempfindlichkeit offensichtlich negativ.

Natürliche Nahrungsmittel sind gesünder

Die Wirksamkeit von Antioxidanzien als Nahrungsergänzungsmittel ist seit längerem umstritten. Jüngste Untersuchungen deuten sogar darauf hin, dass sie möglicherweise die Lebenserwartung verkürzen können. „In der Regel ist es völlig unnötig, Vitamin-Tabletten einzunehmen. Wer sich gesund ernährt, nimmt ausreichend Mineralstoffe und Vitamine auf, so dass künstliche Nahrungsergänzungsmittel nur selten erforderlich sind", sagt Dr. Siegmund. So enthalten beispielsweise Obst und Gemüse Vitamine und Antioxidanzien in ausreichender Menge.

„Nach allem, was wir bisher wissen, wirken sich die einzelnen Substanzen in natürlichen Nahrungsmitteln positiver auf die Gesundheit aus, als einzelne, in hoher Dosierung verabreichte Vitamine oder Mineralstoffe. So ist z.B. auch zu erklären, dass Obst und Gemüse zwar viele Antioxidanzien enthalten, aber - wahrscheinlich durch die Anwesenheit andere Substanzen - trotzdem einer entstehenden Insulin-Unempfindlichkeit entgegen wirken können", so der Ernährungsmediziner vom Klinikum München-Bogenhausen.

 

 

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